281

meinung.suedblog.de

meinung.suedblog.de

| [13] Kommentare

Von meinung - Geschrieben am 15.01.2007, 18:27

Fasnacht und Alkohol

Seit Jahren häufen sich an Fasnacht die Klagen über Alkoholexzesse vor allem unter Jugendlichen. Viele Narrenzünfte lassen sich eine Menge einfallen, um das Problem in den Griff zu bekommen. Was ist Ihre Erfahrung? Sind die Klagen über die jugendliche Saufkultur übertrieben? Oder gehört Alkohol ganz einfach zur Fasnacht wie das Häs und die Maske? Diskutieren Sie mit uns! Einfach unten auf Kommentar klicken und losschreiben.

 

Einsortiert unter: Leben & Gesellschaft


Kommentare (13)

Geschrieben von
pacco
am 16.01.2007
um 10:20 Uhr

Samstagfrüh (13.01.) bin ich morgens um 7:30 auf dem Weg zum Brötchenholen. Kaum aus dem Haus biege ich von der Hohenhausgasse in die Salmannsweilergasse ein. Und da liegt einer, auf dem Boden, auf dem Rücken, Schaum und Erbrochenes vor dem Mund. Der Mann, ca. 30 Jahre alt, ist nicht ansprechbar, der Puls aber tastbar. Ich rufe den Rettungswagen, bringe den Mann in die stabile Seitenlage. Dabei fällt mir starker Alkoholgeruch auf. Der Sanitäter geht das Aufwecken dann etwas direkter an und der Mann kommt zu sich. Völlig orientierungslos, taumelnd, sich in Stuttgart-Feuerbach wähnend.
Seiner Körpertemperatur nach zu urteilen liegt er schon mehrere Stunden da. Glück für ihn, dass der Winter kein Winter ist.
Kurz und gut: gesoffen bis zum totalen blackout!
Nun gut, der war jetzt älter, aber die Jugendlichen, die in der Neujahrsnacht im Stadtgarten Randale veranstalteten, waren nicht mit O-Saft und Wasser unterwegs. Und der Sanitäter sagte mir noch, dass die Anzahl der Alkoholvergifteten immer mehr zunehme, gerade unter jungen Leuten.
Oder die jungen Leute, die meinen, es sei spaßig oder von allgmeinem Interesse, wenn sie volltrunken nachts durch die Gassen gröhlen, so dass an Weiterschlafen nicht zu denken ist. Oder aber die Jugendlichen, die alkoholbenebelt vor meinen Augen mit Flaschen um sich werfen. Als ich sie ansprach und sagte, sie sollen ihr Zeug mitnehmen, sind sie abgehauen.
Bravo!
Entweder gewalttätig oder randalierend - so stellt sich für mich überbordender Alkoholkonsum in dieser Zeit, insbesondere bei jungen Leuten, dar.

Aber alle Appelle, auf diese Alkoholexzesse zu verzichten, verpuffen wirkungslos, wenn Leute, wie der kulturelle Beirat Wulf Wager, solche Sprüche ablassen. Was für Vorbilder nehmen junge Leute vor und während der Fasnachtszeit war?
Das fängt an bei den zehnjährigen Mäschgerle, die um halb elf Uhr nachts am Dreikönigstag, begleitet von einem Erwachsenen, übriggebliebene Kracher von Silvester in den Gassen der Altstadt abbrennen dürfen. Der Lärm ist eines, aber dass der Erwachsene auch noch mitmacht und munter anzündet bedeutet doch nur eines für die Kinder: “es gibt keine Regeln - schon gar nicht an Fasnacht”.

Geschrieben von
holzbasti
am 16.01.2007
um 10:27 Uhr

Fasnacht ohne Alkohol?

Für mich leider unvorstellbar, doch ist für viele Jugendliche heute die Zeit vom Schmotzige bis zum Aschermittwoch nur noch ein langer Sauftrip.
Der Bezug zum traditionellen feiern geht verloren. Einerseits hängt das sicher damit zusammen, dass viele Eltern von Fasnacht nichts wissen möchten, oder mit der Tradition auch nicht vertraut sind. Ich lernte die 5. Jahreszeit über viele Jahre hinweg im Schlepptau meiner Eltern kennen, so dass ich heute von mir behaupten will, den eigentlichen Spass an der Fasnacht zu kennen. Dieser ist nicht, einen großen Saufwettbewerb zu gewinnen, sondern alles und jeden stilvoll auf die Schippe zu nehmen.

Verfrühte Sperrzeiten halte ich für sinnlos, da diese nicht dazu führen, dass weniger getrunken wird, sondern nur dazu, dass am Siedepunkt der Stimmung abgebrochen wird und die Feierlaune dann leicht in Aggressivität umschwappt.

In diesem Sinne und mit den legendären Worten von Sonja Schrecklein,

ä glückselige Fasnet euch allen!!

Geschrieben von
KHWimmer
am 16.01.2007
um 12:50 Uhr

Mein grösstes Hobby ist die schwäbisch-alemannische Fasnet.
Allerdings nicht die Fasnet, wie sie heute in vielen Vereinen
sprichwörtlich gefeiert wird, sondern die urwüchsige,
mit vielen Traditionen gewachsene Fasnet. Dies versuchte ich als
Zunftmeister der Deifelzunft Niedereschach 23 Jahre lang zu vermitteln. Es ist allerdings wahnsinnig schwer die Jugend für etwas zu begeistern,
das nicht die ganze Zeit mit “Party machen” zu tun hat, es ist mir zusammen mit meinen Vorstandskollegen aber weitgehenst gelungen, da sich unsere Jugendlichen an diese Regeln halten. Wir Erwachsenen gehen bei uns mit bestem Beispiel voran; und nun kommt so ein “Narr”, auch noch kultureller Beirat der wichtigsten Narrenvereinigung und erzählt das Gegenteil.

Das ist fast so als würde ein Jugendtrainer seine Fußballmannschaft daraufhinweisen, dass man sich im Strafraum nicht fallen lässt, da es unsportlich ist und anschließend erzählt der Bundestrainer, dass dies zum Geschäft gehört.

FASNET - ein wunderbares Brauchtum. Dieses Brauchtum
ist zu wahren, darf sich neuem sicherlich nicht verschließen. Es muß
jedoch darauf geachtet werden, daß Veranstaltungen, die
zuhauf unter dem Deckmantel “Fasnet” durchgeführt werden in
unserer schwäbisch-alemannischen Fasnet keinen Platz
haben.

Ich denke hier an sogenannte “Fasnetsveranstaltungen” bei
denen der ganze Abend nur Mitbrüllmusik gespielt wird und stundenlang “Hartes ” in sich gegossen wird.

—————————
Gedanken zur Fasnet

jetzt isses wieder mal soweit
alle saufen, jeder ist breit

die narrenzeit ist angebrochen
nur was für starke, nichts für die schwachen

fasnet, wir ham dich wieder
rohrkrepierer und blöde lieder

mit miesen witzen, nach zu vielen bieren
wollen pseudo-komiker sich profilieren

der alk fließt schnell und läuft in strömen
on stage die schlechten witze sich türmen

der mob jedoch macht sich vor lachen nass
mensch, ist das ein heiden-spasss…

das niveau ist unten, sinkt trotzdem weiter
doch störts nicht- jeder besoffen und heiter

werfen wir mal einen blick auf die leute
das publikum, die bekloppte meute

alte menschen mit fettem bauch
und hässlich sind die kostümchen auch

sie saufen sich voll bis zum dilirium
mit etwas glück fallen sie frühzeitig um

denn nur mit alk kann man DEN mist ertragen
“bis zum nächsten jahr” will ich zum abschied drohen… Ãhhh, sagen

Die Vereine sind gefordert!!!!

“ä glückselige Fasnet”

Geschrieben von
Dagi
am 21.01.2007
um 17:47 Uhr

Erst ein mal ein großes Lob an die Elefanten AG, dass sie am “Schmutzige”-Morgen eine Disco für die Jugend machen wollen. Gleichfalls an die Niederburg, die am Abend schon seit Jahren die Disco auf dem Stefansplatz abhalten.
Ich bin Mutter von 3 Mädels (11, 16 und 19 Jahre). Mit den Großen zusammen habe ich schon seit Jahren festgestellt, dass die Jugendlichen veranstaltungsmäßig ganz schön benachteiligt sind. Für die Kinderbälle sind sie zu groß, aber für andere Veranstaltungen wiederum zu klein. Ich finde, es müsste noch mehr Programm für die Jugendlichen geben. Vielleicht würde das auch daz beitragen, dass Fasnacht nicht nur Sauferei ist, sondern einfach luschtig sein, Brauchtum, Spaß bedeutet.

Und im übrigen gibt es auch anständige Jugendliche. Aber wenn ich die Beiträge im Südkurier lese, denke ich oft, alle sind nur schlecht. Aber wie überall im Leben, wird immer nur über das Schlechte geschumpfen.

Geschrieben von
loki
am 22.01.2007
um 21:28 Uhr

hallo?habt ihr se noch alle?rosenmontag ohne saufen das wäre mein schlimmster tag.was soll man denn an fasching machen auser saufen?
Fastnacht wäre ohne saufen so was von langweilig.omg was will man mit seinen freunden denn sonst machen?

Geschrieben von
Clean
am 04.02.2007
um 13:08 Uhr

Solange eine Zeitung schreibt: “Die Fastnacht verlangt von allen, die in sich in den närrischen Trubel stürzen, Stehvermögen und eine gute Kondition. Oft wenig Schlaf, nicht immer die beste Luft in den Sälen und Lokalen, und manchmal natürlich auch den einen oder anderen Schluck Alkohol zu viel” und das mit einem Wettbewerb für “Rezepte, die für Fitness sorgen und dem Kater keine Chance geben” verbindet, brauchen wir uns ja nicht zu wundern.

Gipfel: “Der Sieger wird … zu einer Besichtung der Löwenbrauerei nach Bräunlingen eingeladen…”.

Prost!

Geschrieben von
Heiko Grebing
am 05.02.2007
um 13:11 Uhr

Alkohol gehört nicht mehr und nicht weniger zur Fasnet, wie er auch zu jeder anderen Veranstaltung dazu oder nicht dazu gehört. _Ob_ er dazu gehört, entscheidet doch jeder Gast für sich. Und wenn die Jugendlichen befinden, dass grundsätzlich das zu erreichende Ziel ein Vollrausch ist, dann stellt sich doch nur die Frage, warum das so ist und woher diese Ansicht stammt. Dass es scheinbar wirklich so ist, stimmt traurig. Aber ganz unverblümt zeige ich da auf die Eltern. Wenn die Eltern den Kids schon nicht beibringen können, dass Abfälle in entsprechende Behälter gehören, dass persönliche Zuverlässigkeit wichtiger ist als Coolness, etc, dann wundert doch auch nicht, dass mehr oder weniger alle Jugendlichen rauchen und exzesstrinken. Man wälzt dann das Problem einfach auf die Veranstalter ab, indem zB Alcopops oder gleich der ganze Branntwein untersagt wird. Dann werden noch Armeen an Sicherheitspersonal vorgeschrieben und alles soll gut werden. Es ist illusorisch anzunehmen, dass die Kids genau den Alkohol, den sie wollen, nur darum nicht trinken, weil der Veranstalter ihn nicht anbietet. Im Gegenteil. Jeder weiß, dass in Überlingen kein Branntwein in den Besen zu erwerben ist. Also wird Papas Bar geplündert, die Tankstelle vom älteren Bruder besucht und dann der Rucksack entsprechend bestückt. Auf dieses Repertoire hat der Veranstalter keinen Einfluss und keine Möglichkeit, den Konsum zu steuern. Die größten Probleme bereitet den Veranstaltern eigentlich die Verletzung der Aufsichtspflicht durch die Eltern. Warum springen die 16-Jährigen nachts um 3 noch auf der Straße herum?
Vielleicht hilft ein satter Bußgeldbescheid an die Eltern, wenn die Kinder mal des Nachts von der Polizei zu Hause abgeliefert werden müssen, dass sich etwas ändert.
Ein gewisser Teufelskreis ist sicherlich dann auch die Ursache dafür, dass sich viel zu wenig Veranstalter für die Altersklasse 14-17 finden lassen. Mal sehen, was die Neuerungen 2007 in Überlingen diesbezüglich bringen. Der Vorstoß ist vorbildlich. Jetzt müssen die Jugendlichen das Angebot nur noch annehmen. Ob sie das tun ist wieder ein anderes Thema, zu welchem man das Jugendbüro lieber nicht befragt. Die Hoffnung stirbt zu letzt.

Geschrieben von
frecher-kater
am 08.02.2007
um 19:28 Uhr

die vereine sollen es richten
“was andere wieder kaputtmachen”
schon mal die Getränkelisten in den Wirtschaften angeschaut?
es geht doch nicht an das 1 glas nichtalkoholisches getränk mehr kostet wie 1 glas bier.
aber die doofe ansicht vieler männlicher “narren” ist die.
wer sich bis ins coma besäuft ist ein “richtiger mann”.
das dies auf die jugend abfärbt ist natürlich nicht sinn der sache.

>>Vielleicht hilft ein satter Bußgeldbescheid an die Eltern, wenn die Kinder mal des Nachts von der Polizei zu Hause abgeliefert werden müssen, dass sich etwas ändert.<<

das glaube ich kaum.da die heutige jugend sich kaum was sagen lässt.
nicht die eltern bestrafen sondern das “früchtchen”.
interne bestrafung?nach paar wochen ist die sache vergessen.nächstes jahr gehts weiter.
wie wäre es mal mit hilfsarbeiten in einem krankenhaus wo die exesse der heutigen erwachsenen nach jahren kampftrinken zu sehen sind.

Geschrieben von
Michael
am 18.02.2007
um 22:00 Uhr

Warum muß eigentlich der Butzenlauf am Tag vor dem Schmutzige sein?

Reicht es nicht wenn man frühmorgens Lehrer weckt und dann die ganze Stadt närrisch aus den Federn treibt? Mir sind junge Mäschgerle um 11.00Uhr total übernächtigt entgegengekommen, die hatten keinen Alkohol sondern einfach nur zu wenig Möglichkeiten zum Schlafen. Andere Narren, und nicht nur Jugendliche, dopen sich nach dem viel zu spät angesetzten (20.00Uhr) Butzenlauf mit Alkohol um wenigstens bis zum Wecken durchzuhalten. Die Wirte, das Zelt usw. freute es natürlich.
Außerdem hat man ja als moderner Narr so die Möglichkeit, nach 2 Tagen feiren, beim Skifahren wieder auszunüchtern.
So wird der gutgemeinte Butzenlauf zum Totenräber des höhsten Feiertages von Konstanz.
Mein Vorschlag: den Butzenlauf auf den SONNTAGABEND vor dem Schmutzigen Dunschtig, dann sind auch die jungen Narren am Donnerstag nicht nur Heiß, sondern auch Ausgeschlafen für die Fasnacht.

Honarro

Geschrieben von
Sch&#252;lerin (16Jahre)
am 17.04.2007
um 21:14 Uhr

Wie gesagt ,die Loki meinte : Fastnacht ohne Alkohol?!?!?!?! Was sollte den man mit seinen Freunden noch machen ????

Da ist der Beweis, dafür das man mehr für die Jugendlichen machen muss. Mehr Freizeitaktivitäten, mehr Veranstaltungen, mehr Aufenthaltsräumen usw.. Da ich selber erst 16 Jahre bin, bin ich der Meinung das jeder Jugendliche seine Grenzen beim Alkohol kennen muss. Natürlich keiner kann es verbieten, genau so wie das Gesetz: “Alkohol erst ab 18 Jahren”. Also bitte, es bringt auch net viel, man kann die Freunde fragen (die über 18 sind) ob sie Alkohol kaufen könnten, und keiner sagt nein. Warum den eigentlich nur die Fastnacht, jedes Wochenende treffen sich die Jugendlichen und besaufen sich. Der Alkoholkonsum bei Jugendlichen steig und steigt. Und meistens kommt die Frage was wir dagegen machen können. Meiner Meinung nach ist es nicht so leicht etwas zu verbessern oder zu verhindern. Wir, die Jugendlichen, müssen selber wissen was wir machen und wie gesagt wo die Grenzen beim Alkohol sind. Natürlich , wo die Grenzen sind weißt nicht jeder, aber jeder war schon sicher in der Situation wo er über die Grenze ging. Da kommt die nächste Frage, Warum machen die Jugendlichen es immer wieder weiter, wenn sie schon mal in so einer Situation ware. Na da ist die Antwort: Nicht alle nehmen es Wahr was es für Folgen geben könnte.

Geschrieben von
Schwyzzer
am 31.05.2007
um 3:31 Uhr

Jo, Jo. Der Alkohol kann der Gesundheit schaden.

Geschrieben von
olinde
am 01.07.2007
um 10:21 Uhr

Weiß jemand von Euch wer der Kopf der “Organisation gegen das wilde Saufen” in Konstanz ist?

Gibt es eine Organisation oder Initiative????

Danke für die Antworten ;-)

Geschrieben von
Dori
am 13.07.2007
um 17:01 Uhr

Hallo liebe Leser und Schreiber,

kennt Ihr den Kopf der Initiative “Bündnis gegen das wilde Saufen” in Konstanz?

Dankbar wäre ich euch für ca. 3 min Zeit, einen Besuch auf meiner Seite (online bis 30.07.07)

http://www.adenquire.net/bd7g013e

und einige Klicks und Kreativität für meinen Fragebogen zum Thema Fastnachts- und Festgewohnheiten.

Vielen Dank im Voraus.

Kommentar schreiben

Sie müssen eingeloggt sein, um zu kommentieren.
Neuen Blog anlegen